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Ökumene ganz konkret

Ökumene“ - so formuliert der Theologe Clemens Wilken:

ein Fremdwort - für die Gleichgültigen

ein Reizwort - für die Festgelegten

ein Hauptwort - für die Begeisterten

ein Zukunftswort - für die noch nicht Resignierten

ein Phantasiewort - für die Pragmatiker

ein Fragewort - das Strukturen erschüttert

ein Füllwort - das als Alibi gebraucht wird

ein Trostwort - für die Verletzten

ein Leitwort - für die Suchenden

ein Kennwort - für die Eingeweihten

und eins der letzten Worte unseres Herrn: Seid eins!“

Tatsächlich gibt es unter Christen zu diesem Thema unterschiedliche Reaktionen. Ich bin fest davon überzeugt: In einer Situation, in der christlicher Glaube längst nicht mehr selbstverständlich ist, kommt dem Umgang der Kirchen miteinander sowie ihrem gemeinsamen Auftreten eine besondere Bedeutung für ihre Glaubwürdigkeit zu. So hat sich auch unsere Kirche mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil „unumkehrbar dazu verpflichtet, den Weg der Suche nach Ökumene einzuschlagen und damit auf den Geist des Herrn zu hören, der uns lehrt, aufmerksam die `Zeichen der Zeit` zu lesen.“ Seitdem ist vielen immer deutlicher bewusst geworden, dass uns mehr verbindet, als uns trennt. Das sollte uns animieren, mutig und kreativ weiterzugehen.

Ich bin froh und dankbar, dass sich bei uns in Kleinostheim ein gutes ökumenisches Klima entwickelt hat. Ökumene ist bei uns schon lange kein „Fremdwort“ mehr. In vielen gemeinsamen Gottesdiensten das Jahr über, im gemeinsamen Einsatz im Haus St. Vinzenz von Paul und in der Unbezahlbar, bei den Kinderbibeltagen - überall wirken wir als Christen hier vor Ort einmütig zusammen.

Und nun kommt ein neuer ökumenischer Baustein hinzu. Weil aufgrund der Abstandsregelungen die St.-Markus-Kirche zu klein ist für den Konfirmationsgottesdienst, hat unsere evangelische Schwestergemeinde angefragt, ob die jungen Menschen in zwei Gottesdiensten am Samstag in unserer St.-Laurentius-Kirche ihre Konfirmation feiern können. Gerne erfüllen wir diesen Wunsch und heißen die Konfirmantinnen und Konfirmanten und alle, die mit ihnen Gottesdienst feiern, herzlich willkommen. Wir wünschen allen bei uns berührende Gottesdienste und geben den Jugendlichen in ökumenischer Verbundenheit den Wunsch von Tina Willms zur Konfirmation mit:

Herausgewachsen bist du aus den Kinderschuhen und gehst deinen eigenen Weg.

Freude wünsche ich dir an Kraft und Können, Fantasie, die Zukunft zu erträumen.

Mut, neues Land zu betreten, Lust, die Welt zu gestalten.

Menschen wünsche ich dir, die es gut mit dir meinen, die dich begleiten und unterstützen,

und dir, wenn´s sein muss, auch mal die Meinung sagen.

Dass du behütet gehst, wünsche ich dir, unter einem weiten Himmel,

gehalten von Gottes Hand.“

 

Heribert Kaufmann

 

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