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Die Kultur der Achtsamkeit als Weg zum Frieden“

 

Unter dieses Leitwort hat Papst Franziskus den Welttag des Friedens gestellt, der alljährlich in der katholischen Kirche am 1. Januar begangen wird. In seiner Botschaft dazu erinnert er an die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Sein Mitgefühl gilt allen, die in dieser Zeit einen geliebten oder nahestehenden Menschen verloren haben. Die Krise habe erneut gezeigt, „wie wichtig es ist, füreinander und für die Schöpfung Sorge zu tragen, um eine Gesellschaft aufzubauen, die auf Beziehungen der Geschwisterlichkeit beruht.“ Dabei betont Papst Franziskus die Notwendigkeit der Achtsamkeit, die während der Pandemie in besonderer Weise praktisch erfahrbar geworden ist.

Achtsamkeit und Barmherzigkeit seien auch Kennzeichen der Nachfolge Jesu: „Die Werke der Barmherzigkeit bilden den Kern des karitiativen Dienstes der frühen Kirche.“ Dieser Dienst sei im Laufe der Jahrhunderte „zum pulsierenden Herz der Soziallehre der Kirche“ geworden. Die Achtsamkeit lasse sich heute als das entscheidende Fundament verstehen, das „die Förderung der Würde jeder menschlichen Person, die Solidarität mit den Armen und Schutzlosen, die Sorge um das Gemeinwohl und die Bewahrung der Schöpfung“ trägt, so Papst Franziskus.

Er wendet sich gegen falschen Individualismus und die Ausbeutung des Menschen und betont die Bedeutung des Dienstes für das Gemeinwohl, der allen Menschen aufgetragen ist. Deshalb müssten „unser Pläne und Bemühungen stets die Auswirkungen auf die gesamte Menschheitsfamilie berücksichtigen und die Folgen für den gegenwärtigen Augenblick und für die künftigen Generationen abwägen.“ Diese Haltung, die „auf den Schrei der Bedürftigen und auf den Schrei der Schöpfung“ zugleich höre, finde in solidarischem Handeln und tätiger Nächstenliebe ihren Ausdruck.

„Eine Kultur der Achtsamkeit im Sinne eines gemeinsamen und solidarischen Einsatzes zum Schutz und zur Förderung der Würde und des Wohls aller, im Sinne einer Bereitschaft zur Aufgeschlossenheit, zur Aufmerksamkeit, zum Mitgefühl, zur Versöhnung und zur Heilung, zu gegenseitiger Achtung und gegenseitiger Annahme ist ein vorzüglicher Weg zur Schaffung von Frieden. Geben wir nicht der Versuchung nach, den anderen, insbesondere den Schwächsten gegenüber, gleichgültig zu sein; gewöhnen wir uns nicht daran, den Blick abzuwenden, sondern setzen wir uns jeden Tag konkret dafür ein, eine Gemeinschaft zu bilden, die aus Geschwistern zusammengesetzt ist, die einander annehmen und füreinander sorgen.“

Für Kleinostheim ist Jahr für Jahr der 21. Januar ein Tag der Achtsamkeit und der Aufmerksamkeit für den Frieden in Erinnerung an den Bombenangriff vor 76 Jahren. Mögen wir diesen Tag auch und gerade in der Corona-Pandemie nicht vergessen und als Mahnung und Einladung zu einer Kultur der Achtsamkeit als Weg zum Frieden ernstnehmen.

 

Heribert Kaufmann

 

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