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Ostern fällt nicht aus, sondern findet jetzt erst recht statt

 

 

Es war überlegt worden. Aber Ostern wird trotz Corona nicht verlegt. Und es fällt auch nicht aus, obwohl die Gottesdienste „ohne physische Teilnahme des Volkes“ - so der Vatikan - gefeiert werden. Nein, die Passion und Ostern finden statt. Denn in der Welt spielt sich das Drama von Gründonnerstag bis zum Ostermorgen ab, jeden Tag. Und in diesen Tagen besonders anschaulich.

Da sind die vielen, die mit Hingabe anderen die Füße waschen wie an jedem anderen Wochentag oder Gründonnerstag. Die Beatmungsgeräte steuern, die weiter Brot backen, Kommunikation und damit Communio ermöglichen, Regale füllen mit Wein - und ja, auch mit Klopapier. Die Ärztinnen und Altenpfleger, die Kassiererinnen und Journalisten.

Da sind die Vielen mit ihren Karfreitagserfahrungen. Isoliert im Krankenzimmer mit und ohne Corona-Infektion, vor dem Stacheldrahtzaun an der türkisch-griechischen Grenze mit dem Blick nach Europa. Und in Syrien und im Libanon auf der Suche nach Frieden. Skandal und Torheit der vielen Kreuze, jeden Tag.

Der Karsamstag, so hat es Karl Rahner einmal geschrieben, „ist ein Zeichen für jene Durchschnittlichkeit des Lebens, das sich in der Mitte hält zwischen dem abgründigen Entsetzen des Karfreitags und dem Jubel von Ostern“. Leben nicht viele derzeit so zwischen Panik und Hoffnung in häuslicher Quarantäne, in erzwungener Verlangsamung durch Ausgangsbeschränkungen und in der bedrückenden Stille des social distancing?

Und Ostern? Was ist denn von Ostern zu sehen in diesen Tagen der Krise? Der Zukunftsforscher Matthias Horx hat in einem bemerkenswerten Beitrag vorgeschlagen, statt einer PRO-Gnose zum Ende der Corona-Krise eine RE-Gnose zu versuchen: also nicht von der Gegenwart aus in die Zukunft zu schauen, sondern von der Zukunft aus zurück ins Heute. So beschreibt er, über welche Veränderungen die Welt sich im Rückblick auf die Krisenzeit im Jahr 2020 wundern wird. Diese Art, von der Zukunft aus auf die Gegenwart zu blicken, sollte den Christen an Ostern leichtfallen. Von Ostern her auf unser Heute gesehen kann alles nur gut werden, meint Karl Rahner: „Weil sein Grab leer ist, darum wissen wir: Es hat alles schon wirklich begonnen, gut zu werden.“

Was für eine merkwürdige Vorstellung. Ostern könnte verschoben werden. Ostern fängt an, es hat längst angefangen, Ostern hört nie auf anzufangen. Von Ostern her ist alles Ende erst der Anfang. Oder, mit Matthias Horx gesagt: „Wir staunen rückwärts.“

Mit diesen Gedanken von Dominik Blum, die mich sehr ansprechen, wünsche ich uns allen in diesen außergewöhnlichen Zeiten einen intensiven und existentiell berührenden Weg durch die Karwoche hin zu Ostern.

Heribert Kaufmann

 

Ökumenisches Gebet in Zeiten der Corona-Krise

 

Treuer und barmherziger Gott! Du bist Zuversicht, wenn sich in uns Unsicherheit breitmacht. Du bist uns nahe, wenn wir auf Distanz zueinander gehen müssen. Du hälst uns in deiner Hand, wenn wir den Halt zu verlieren drohen. Zu dir kommen wir mit unseren Sorgen und Ängsten, aber auch mit unserer Hoffnung auf deine Hilfe. Zu dir kommen wir im Wissen darum, dass wir nicht alleine zu dir beten, sondern getragen sind von der Gemeinschaft aller, die dir und deinem Wirken vertrauen.

 

Wir bitten dich:

für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind; für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind und nach Halt suchen;

für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern; für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten;

für alle, die sich überfordert fühlen. Sei ihnen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht, den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

 

Wir bitten dich:

für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Seniorenheimen und Hospizen;

für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft; für alle, die uns Tag und Nacht mit dem versorgen, was wir zum Leben brauchen;

für alle, die ehrenamtlich Familien sowie alten und gesundheitlich beeinträchtigten Menschen helfen;

für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen. Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

 

Auch bitten wir dich für uns selbst:

Lass uns trotz aller Sorge um das eigene Wohlergehen den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen nach Kräften beistehen.

Stärke in uns die Bereitschaft, Einschränkungen in Kauf zu nehmen, und lass uns so das Unsere dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.

Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unserem Herrn und Gott, der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller Kranken und Not Leidenden annimmt.

Dir vertrauen wir uns an. Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

(Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsident Dr. h.c. Christian Schad)

 

 

Gebet in der Corona - Krise

Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten. 
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.   

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden. 
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten, 
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben. 
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.  

Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt 
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können. 
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.  

Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht 
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben. 
Jesus, wir vertrauen auf Dich!  

Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns!  Amen.  

( Bischof Hermann Glettler, Innsbruck)

 

Ein weiteres Gebet in der Corona-Krise

Jesus,

unser Gott und Heiland,

in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt

kommen wir zu Dir und bitten Dich:

 

für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;

für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;

für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken

kümmern;

für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und weltweit,

die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;

für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;

für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;

für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;

für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren.

 

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,

hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.

Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander.

Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.

Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben.

 

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind,

um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren,

so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

 

Wir stehen in der Fastenzeit.

In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt,

die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und

die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

 

Gott unser Herr, wir bitten Dich:

Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt,

unseren Glauben zu vertiefen

und unser christliches Zeugnis zu erneuern,

indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen

und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.

 

Sei gespriesen in Ewigkeit. Amen

 

Gebet von Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bistum Trier

 

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