logo Pfarrei Kleinostheim

„Der Frieden als Weg der Hoffnung“ - 75 Jahre Bombenangriff auf Kleinostheim

„Der Frieden ist ein kostbares Gut, er ist Gegenstand unserer Hoffnung, nach dem die ganze Menschheit strebt. Auf den Frieden zu hoffen ist eine menschliche Haltung, die eine existentielle Spannung beinhaltet, weshalb auch eine zuweilen mühsame Gegenwart gelebt und angenommen werden kann, wenn sie auf ein Ziel zuführt und wenn wir dieses Ziels gewiss sein können; wenn dies Ziel so groß ist, dass es die Anstrenung des Weges rechtfertigt. Auf diese Weise ist die Hoffnung die Tugend, die uns aufbrechen lässt, die uns die Flügel verleiht, um weiterzugehen, selbst dann, wenn die Hindernisse unüberwindbar scheinen.“ Mit diesen Worten beginnt die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag, den die katholische Kirche alljährlich am 1. Januar begeht, und die den Titel trägt: „Der Frieden als Weg der Hoffnung“. Seit bald 75 Jahren leben wir hier in Deutschland im äußeren Frieden ohne kriegerische Auseinandersetzungen. Und doch gilt, was der Papst weiter schreibt: „Unsere menschliche Gemeinschaft trägt im Gedächtnis und am eigenen Fleisch die Zeichen der Kriege und Konflikte, die mit wachsender Zerstörungskraft aufeinander gefolgt sind. Die schrecklichen Prüfungen nationaler und internationaler Konflikte, die oftmals durch erbarmungslose Gewalt verschlimmert wrden, zeichnen Leib und Seele der Menschheit auf lange Zeit.“ Immer noch gibt es in Kleinostheim viele Menschen, die den verheerenden Bombenangriff auf unseren Ort am 21. Januar 1945 - also vor 75 Jahren - miterlebt haben und davon in großer Betroffenheit erzählen. Der Papst schreibt: „Wir dürfen nicht zulassen, dass die gegenwärtigen und künftigen Generationen die Erinnerung an das Geschehene verlieren; jene Erinnerung, die Garantie und Ansporn ist, um eine gerechtere und brüderlichere Welt zu erbauen. Viele Menschen in allen Teilen der Welt erbringen den künftigen Generationen den unabdingbaren Dienst der Gedächtnisses. Dieses muss nicht nur deswegen bewahrt werden, damit die gleichen Fehler nicht wieder begangen werden, sondern auch deshalb, damit es als Frucht der Erfahrung für die gegenwärtigen und zukünftigen Friedensentscheidungen den Grund bilden und die Richtung vorgeben möge. Darüber hinaus ist das Gedächtnis der Horizont der Hoffnung: Oft kann im Dunkel der Kriege und der Konflikte die Erinnerung auch an eine kleine Geste der Solidarität, die man empfangen hat, zu mutigen und sogar heroischen Entscheidungen anregen, sie kann neue Energien in Bewegung setzen und neue Hoffnung in den Einzelnen und den Gemeinschaften entzünden.“ Darum halten wir die Erinnerung an den 21. Januar 1945 und das Gedenken an die Opfer wach: Zum 75. Jahrestag mit einem Rundgang durch unseren Ort und dem ökumenischen Gottesdienst, in dem wir zurückblicken und um den Frieden für heute und morgen beten. Wie schreibt Papst Franziskus: „Man erlangt so viel, wie man erhofft. Man erhält keinen Frieden, wenn man ihn nicht erhofft. Es geht vor allem darum, an die Möglichkeiten des Friedens zu glauben, zu glauben, dass der andere ebenso wie wir Frieden braucht.“

Heribert Kaufmann

­