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Viele Kleinostheimer waren sehr getroffen und sind traurig. Abt Alcuin ist am Samstag in seiner Heimat gestorben.

unser früherer Pfarrer, Domkapitular Clemens Bieber, schrieb am 04.04.2020: 

Mit großem Erschrecken habe ich erfahren, dass heute,
am 4. April, Abt Alcuin Nyirenda OSB, der erste Abt von Hanga, im Alter von 66 Jahren plötzlich verstorben ist.

Den meisten Menschen in meinem Umfeld ist er bekannt, vielen sogar vertraut.

Seit einer Woche war er zurück in Tansania seiner Abtei Hanga. Heute früh musste er als Notfall in das Krankenhaus der Abtei Peramiho eingeliefert werden, wo er wenige Stunden später infolge einer Komplikation seiner Diabeteserkrankung verstarb.

Im Juli 1993 hatten wir uns in Tansania kennengelernt (die erste Begegnung war im Hafen von Dar-es-salam). Aus dieser Freundschaft erwuchs ein enger Kontakt zwischen seiner Abtei und der Pfarrei St. Laurentius in Kleinostheim. Im Januar 1994 wurde er zum ersten Abt von Hanga benediziert und war damit der erste Afrikaner in der Geschichte des Benediktinerordens, der einem einheimischen Abtei vorstand. Sein Wahlspruch als Abt lautete: „Nos autem omnes fratres!“ – „Wir alle sind Brüder!“ 10 Jahre später wechselte er nach Rom, wo er viele Jahre in der Abtei San’Anselmo an der Seite von Abtprimas Notker Wolf wirkte.

In diesen Jahren verbrachte er oft seinen Sommerurlaub in Kleinostheim. Unvergesslich bleiben die Übungen im Kleinostheimer Dialekt, die meist in der Küche während des Essens stattfanden.

Firmung

Alle zwei Jahre kam er, um unsere Jugendlichen zu firmen.
Mit seinem freundlichen und fröhlichen Wesen 
hat er die Herzen vieler Kleinostheimer,
besonders auch der Jugendlichen berührt.
Sie fanden sogar das Beichten bei ihm "cool".

Mit vielen einzelnen und Familien in Kleinostheim
pflegte er Freundschaft.


Viele besondere Ereignisse feierte er mit der Gemeinde St. Laurentius.

 

 

Hanga JugendDer große Kindergarten St. Laurentius in Hanga
ist ein sichtbares Zeugnis der Partnerschaft.
In den 90-er Jahren war eine große Gruppe
von Jugendlichen und Jungen Erwachsenen aus St. Laurentius in Hanga,
um beim von Joseph Nordt entworfenen Bau des Kindergartens
mitanzupacken.

Daraus sind langjährige Freundschaften entstanden.

 

 

 

 

Hanga Gruppe

Im Jahr 2001 reisten 30 Kleinostheimer
zur Einweihung des Kindergartens
mit Staatspräsident Mkapa
nach Tansania.

 

Einige seiner Mönche schickte Abt Alcuin zum Praktikum nach Kleinostheim.
Sie lebten monatelang mit im Pfarrhaus von St. Laurentius.

 

 

Wie oft stand er vor mir, und wenn seine Augen dann besonders strahlten, war mir schnell klar, dass er wieder eine Idee hatte – wohlgemerkt: immer für seine große Abtei im Buschdorf Hanga – und dafür auf Unterstützung hoffte. Im Herzen blieb er immer jugendlich und ein wahres „Schlitzohr“.

Alcuin war intelligent, gebildet, ein Sprachgenie, sehr musikalisch, lebensfroh, den Menschen zugewandt und zu vielen Späßen bereit. Er war getragen von großem Gottvertrauen. Er stammte aus sehr armen Verhältnissen, seine Eltern verstarben, als er noch sehr klein war. Er wurde von den Benediktiner-Missionaren aufgefangen und gefördert.

Nach den Jahren in Rom, wo er u.a. über das Wirken der Benediktiner in seiner Heimat Tansania, insbesondere mit der Gründung des ersten rein schwarz-afrikanischen Klosters forschte und eine wissenschaftliche Arbeit („The Missionary Witness of Hanga Benedictine Community in Tanzania – Experiences and Prospects for Monastic Mission in Africa“) verfasste, und seinem Aufenthalt im vergangenen Jahr in der Abtei Waegwan in Südkorea freute er sich auf die Rückkehr in seine Heimat, wo er künftig seelsorglich wirken und seine vielen Talente im Dienst der Kirche für die Menschen einsetzen wollte. Kürzlich hatten wir noch Kontakt, weil er – der begabte Organist – gerne eine elektronische Orgel mitnehmen wollte.

Unvergesslich eine der vielen Aktionen, wie wir gebrauchte Blasinstrumente sammelten und per Schiff nach Tansania bzw. Hanga brachten, Alcuin damit eine Blaskapelle – „Brassband – auf die Beine stellte, um die große Gruppe Kleinostheimer, die zur Einweihung des Kindergartens angereist war, zu begrüßen. – Vieles wäre zu erzählen von den unzähligen Ideen, die Alcuin hatte wie z.B. die Großaktion mit Tret-Nähmaschinen, um Einheimischen, die im Kloster als Schneider ausgebildet wurden, die Ausstattung für die Selbständigkeit zu ermöglichen u.v.a.m. Abt Alcuin war immer voller Tatendrang!

Nun kam er, wie erhofft, in Tansania an, aber unverhofft schnell führte ihn sein Lebensweg in die ewige Heimat (Phil 3,20: „Unsere Heimat ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter.“).

Krippenfigur Alcuin

 

 

 

 

 

 

 

Das obige Foto zeigt ihn in Kleinostheim in dem Raum, in dem u.a. das Jahr über die großen Krippenfiguren aufbewahrt werden. Er ist dort bleibend in Erinnerung als einer der Dreikönige.

Gott möge Alcuin all sein Wirken in seiner Heimat Tansania, in Rom, in Südkorea in den zurückliegenden Monaten, an vielen Orten Europas (in Italien, in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz, in Frankreich) und insbesondere in Kleinostheim vergelten und ihm nun die Vollendung und das Leben in Fülle schenken.

In Betroffenheit und Traurigkeit
(auch weil einige Freunde in letzter Zeit in die Ewigkeit gegangen sind: Joseph Nordt, Pater Felix, Pater Aurelian, jetzt Abt Alcuin, um nur die zu nennen, die vielen bekannt waren, aber noch weitere)
gebe ich diese Nachricht heute an seinem Sterbetag weiter und bitte um das Gebet für unseren Freund Alcuin!

                                                       Dem schließen wir in St. Laurentius uns aus tiefstem Herzen an!

R.I.P, requiescat in pace – er möge ruhen in Frieden! Gott halte ihn in seiner Hand geborgen!

 

Stimmen aus Kleinostheim: 

Wir alle (die Gruppe der damligen Jugendlichen) sind von tiefestem Herzen dankbar, Alcuin kennengelernt zu haben und bewundern das Lebenswerk von ihm.

 

Wir  sind sehr bestürzt und traurig über den Tod von Abt Alcuin. Er hat mit seinem freundlichen und fröhlichen Wesen unsere Herzen und die von so vielen Menschen berührt.
Unvergessen sind bei uns die Firmungen unserer beiden Älteren, die uns Eltern aber vor allem auch die Jugendlichen sehr bewegt haben. Sie fanden sogar das Beichten bei ihm "cool".
Später haben wir ihn immer wieder im Sommer getroffen, wenn er nach Kleinostheim kam.  Wir werden ihn sicher nicht vergessen und sein Wirken tief in unseren Herzen behalten.

 

Wir sind unglaublich traurig und betroffen über den Tod von Alcuin. In der Familie erzählten wir uns die vielen schönen lustigen und auch berührenden Momente mit ihm. Er war ein wirklich besonderer Mensch. Teresas Brüder in Afrika staunten nicht schlecht, als sie ihnen erzählte, dass Alcuin zu uns zur Firmung kommt. Eine Kerze brennt hier für ihn.

 

Es tut mir echt Leid um ihn. Fand es immer toll ihn zu sehen, wir hatten einige Begegnungen die ich nicht vergessen werde. Sei es in Rom oder während ich Bufdi war und die Jahre drauf, wenn ich ihn zum Flughafen fahren durfte, da waren einige schöne Momente dabei....

 

Alcuins Tod erinnert mich daran, wie international unsere Gemeinde war. Er hat fest zu uns gehört, im Sommer und bei vielen Festen, auch bei der Firmung.

 

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