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"It's time to say good bye"

Am Anfang stand das Hoffen und Bangen. Ob das Wetter hält? Es waren Gewitter und Regen angekündigt. Doch das Vertrauen hat sich gelohnt. Der Gottesdienst zur Verabschiedung von Kaplan Bertram Ziegler und Diakon Stefan Gehringer konnte wie geplant auf dem Kirchplatz stattfinden. Die Sonne schien und sorgte für einen entspannten Rahmen.

 Begleitet von herrlichen Liedern des Chores "Bunt gemischt", der unter der bewährten Leitung von Angela Jansen nach langer Zeit wieder einmal gemeinsam singen konnte und durch Querflöte und Oboe - gespielt von einer Schwester der franziskanischen Gemeinschaft aus dem Kapuzinerkloster in Aschaffenburg - unterstützt wurde, wurde ein festlicher und berührender Gottesdienst gefeiert.

In seiner Predigt ging Kaplan Ziegler auf die aktuell nicht einfache Situation in der Kirche angesichts von zunehmendem Personalmangel ein und wünschte, dass uns die geistliche Nahrung nicht abhanden komme und es immer wieder Seelsorgerinnen und Seelsorger gebe, die die Menschen vor Ort nähren und stärken, und dass die Gemeinden dankbar seien für alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich für die ihnen Anvertrauten einsetzen.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfarrer Kaufmann für das dreijährige Wirken von Kaplan Ziegler mit einer Litanei von Eigenschaftswörtern mit der Endung -iv, die sein Tun trefflich beschrieben:

von aktiv und effektiv über innovativ und kommunikativ bis kreativ und meditativ. Zugleich gab er ihm Wünsche für seine nächste Stelle in Schweinfurt mit. Auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender Joachim Reising war überaus dankbar, dass Bertram Ziegler sich hier engagiert einbrachte und übergab ihm ein halbstündiges Video, auf dem sich die Gruppen der Pfarrgemeinde und viele Einzelpersonen mit ihren Wünschen verewigten.

Für die Kommune überbrachte Bürgermeister Dennis Neßwald den Dank und herzliche Grüße. Alle drei Redner dankten auch Diakon Stefan Gehringer für seinen vierjährigen Dienst in den drei Gemeinden Stockstadt, Mainaschaff und Kleinostheim.

Nach dem Gottesdienst waren alle zu einer kleinen Begegnung bei Getränken und Gebäck eingeladen, um sich persönlich zu verabschieden. Viele nutzen dies und genossen, seit langem wieder einmal beieinander stehen und miteinander reden zu können.

Nachstehend die Wünsche, die Pfarrer Kaufmann, Kaplan Bertram Ziegler für seinen weiteren Weg mitgab:

Wünsche an einen Freund:

Ich wünsche Dir eine Gemeinde,

die dich herausfordert, Priester zu sein.

Denn du hast dich mit Leib und Seele engagiert,

damit die Menschen nicht verdursten.

 

Ich wünsche dir Menschen,

die dich nicht überfordern,

die dich nicht in starres Rollenverhalten zwingen.

Eine Gemeinde, die dir Zeit läßt,

wenn du die Wohnung hinter dir zumachst.

 

Ich wünsche dir Menschen,

vor denen du nicht geheimhalten brauchst,

wenn es dir schlecht geht.

Unter ihnen einen Vertrauten,

wo du über Angst reden kannst.

 

Ich wünsche dir eine Gemeinde,

die dich trägt - das heißt:

die in dir einen Freund sieht.

Dann brauchst du nicht unter bedrückender

Einsamkeit und Isolation zu leiden.

Den wie die Gemeinde den Priester braucht,

so braucht der Prieser die Gemeinde.

 

Ich wünsche dir eine Gemeinde,

die nicht in Routine oder Resignation vertrocknet.

Menschen, die mit dir zusammen

be-geistert den Weg der Hoffnung gehen.

 

Ich wünsche dir Menschen,

die dich wirklich nehmen

so wie du bist:

als Mensch, mit Begrenztheit,

Problemen und Schwächen.

Eine Gemeinde, die dich als Gesandten

des zärtlichen Gottes liebt.

(Joachim Gabel)

 

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